Travel with us 4/25 – Savannah

Alles, was ich vor meiner Reise über Savannah wusste, hatte ich in Filmen aufgeschnappt oder irgendwo gehört bzw. gelesen. Was ich so gehört und gelesen hatte? Das Savannah unglaublich malerisch, nostalgisch und eine der schönsten Städte in den Südstaaten sein soll…

In einem historischen Diner einen Milchshake trinken? Das macht man doch jeden Tag so! In einem alten Candy-Store handgemachte Süßigkeiten kosten? Na, wo bekommt man denn sonst Süßkram her? Wie einst Forrest Gump auf einer Parkbank sitzen und über das Leben nachdenken? Wo sonst, wenn nicht hier?

Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Ich kann ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass Savannah einer der romantischten Orte ist, die ich je gesehen habe. Der ganze Aufenthalt ist wie das Abtauchen in eine fremde, längst vergangene Welt. Die Zeit scheint irgendwie stehen geblieben zu sein; wenngleich auch deutlich wird, dass dieser Charme für die Touristen aufrecht erhalten wird. In Kombination mit der unverwechselbaren Herzlichkeit der Südstaatenbewohner ist die „Künstlichkeit“ aber schnell vergessen und überhaupt kein Problem.

 

 

Die schönste Straße der USA bewundern

Wer das Glück hat, einmal durch die Jones Street in Savannah zu spazieren, wird aus dem Schwärmen nicht heraus kommen. Da ich noch nicht jede Straße der USA, geschweige denn dieser Welt, gesehen habe, weiß ich nicht, ob dies wirklich DIE schönste Straße ist. Was ich sagen kann: Es ist die malerischste Straße, die ich je entdecken durfte.

Alte Häuser, Trauerbirken, die friedlich über dem Gehweg thronen, die Flagge der USA an jeder dritten Ecke und Blumengestecke, die so nur in liebevoller Handarbeit entstehen könne.

 

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Zwei Stunden warten, um Mittag zu Essen?

Am Abend vor unserem Besuch in diesem besonderen Restaurant hatten wir auf einem Blog von Mrs. Wilkes erfahren. Dort war vom „Juwel der Reise“, einem „Essen, wie bei Omi“ und dem „leckersten Südstaatenessen, das ich je hatte“ die Rede. Sofort stand für uns fest, dass auch wir bei Mrs. Wilkes zu Mittag essen müssen.

Wir wussten vorab, dass wir eine längere Wartezeit von mind. einer Stunde einplanen müssen. Tatsächlich standen wir rund zwei Stunden vor dem kleinen Restaurant, dass nur zur Mittagszeit von 11 bis 14 Uhr seine Pforten öffnet. Als wir ankamen, ging die Schlange von hungrigen Menschen bereits am nächsten Block um die Ecke. Mein erster Gedanke:

„Wenn jeden Tag so viele Leute bereit sind zwei Stunden in der Mittagssonne für ihren Lunch anzustehen, muss es das wert sein.“

Natürlich wurden wir auch hier nicht enttäuscht. In Gruppen von zehn Personen wurden wir in das alte Wilkes Haus geführt und saßen dann zusammen mit Fremden an einer großen, runden Tafel. Der Tisch war bereits gedeckt. Frische Blumen, süßer Eistee und etliche Schälchen mit Speisen, die ich noch nie gesehen hatte, warteten auf uns. Das Drumherum erweckte den Eindruck, als säße man bei Großmutter im Esszimmer. Überall hingen Bilder von der Wilkes Familie mit Berühmtheiten oder Zeitungsausschnitte. Auch Obama war schon zum Essen bei Mrs. Wilkes.

Immer wieder wurden die Schälchen auf dem Tisch aufgefüllt, sodass von Süßkartoffelpüree bis hin zu frittiertem Hähnchen immer reichlich vorhanden war (Ich muss nicht erwähnen, dass wir uns nach dem Essen erstmals für zwei Stunden im Foodkoma befanden..). Zwischendurch kam die Enkelin von Mrs. Wilkes vorbei, die auch schon um die 40 Jahre alt sein müsste. In einem süßen Kleidchen mit Perlenkette und im Strickjäckchen strahlte sie einem mitten ins Gesicht. Irgendwann legte sie mir ihre Hand auf die Schulter und fragte, ob alles in Ordnung sei. Sie nannte mich „Honey“ und ich fühlte mich, als gehörte ich schon ewig zur Familie.

 

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Wie in einer anderen Welt…

Vor dem Erkunden einer fremden Stadt solltet ihr unbedingt das Internet, vor allem Reiseblogs, nach Ausflugstipps durchforsten. In Savannah sind wir auf diese Weise nicht bloß auf Mrs. Wilkes, sondern auch das Wormsloe Historic Site aufmerksam geworden. Die Allee, die an beiden Seiten von wunderschönen Trauerbriken umgeben ist, ist einfach magisch! Ihr könnte die Straße sogar mit dem Auto entlang fahren. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um einfach eine Weile in die Ferne zu starren. Wie oft sieht man schon so einen schönen Ort? Ich habe noch nie etwas Vergleichbares sehen dürfen.

 

 

Und zum Nachtisch gibt’s hausgemachte Süßigkeiten

Welches der Ort ist, auf den ich mich vorab am meisten freute? Eindeutig auf den historischen Candy Store in der Altstadt von Savannah. Ich hatte schon einige Bilder davon gesehen und da ich generell ein riesen Fan von Süßkram bin, stand fest: Da muss ich unbedingt hin! Und Schwups war ich da und fühlte mich wie ein kleines Kind im wortwörtlichen Süßigkeitenparadies.

Das Beste, neben der großen Auswahl, war die Tatsache, dass viele der Naschereien vor Ort frisch zubereitet wurden. So konnte man nicht bloß die Konditoren bei der Arbeit bestaunen, sondern auch immer wieder naschen.

 

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