Travel with us 2/25 – Niagara Fälle

Wann habt ihr das letzte Mal etwas so Schönes gesehen, dass es euch zu Tränen rührte? Vielleicht hat man dieses Glück nur einmal im Leben. Vielleicht können einige die Schönheit der Natur gar nicht so sehr genießen. Auf meiner Bucket List stand jedenfalls seit rund zehn Jahren an Stelle 37:

„Etwas so schönes sehen, dass ich weinen muss“

Und dann, vor rund zwei Wochen, war es soweit. Wir hatten eine dreieinhalb-stündige Autofahrt hinter uns. Mein Po tat ziemlich weh vom unbequemen Sitzen in der letzten Reihe unseres gemieteten Vans. Die Erwartungen an die Niagara Fälle? Gering. Handyfotos, die ich davon gesehen hatte, hatten mich nicht überzeugt. Und dann war ich fälschlicherweise auch noch davon ausgegangen, dass die Niagara Fälle, die höchsten Wasserfälle der Welt sind. Sind sie aber gar nicht. Bei weitem nicht. Diese Enttäuschung noch nicht ganz verkraftet, kamen wir also in Kanada an (von der kanadischen Seite hat man eine weitaus schönere Sicht auf das Naturspektakel 😉 ). Ohne zu wissen, was mich erwartet und doch ein wenig aufgeregt, lief ich mit meiner Familie Richtung Niagara River. Das Wetter zeigte sich derweil von seiner besten Seite, strahlende Sonne, kaum Wolken am Himmel…

 

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Und mit jedem Schritt, dem ich mich dem Fluss und den Wasserfällen näherte, wurde der Klos im Hals größer. Irgendwann verschlug es mir komplett die Sprache. Ich starrte nur noch auf die gigantischen Wasserfälle. Neben mir meine Mutter, die seit Kindertagen auf diesen Moment gewartet hatte. Rund 50 Jahre hatte sie sich gedulden müssen, seitdem sie das erste Mal von den Niagara Fällen träumte. Und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schön es mit anzusehen ist, wenn ein Lebenstraum in Erfüllung geht… Und dann kamen sie. Nein, sie schossen regelrecht in meine Augen. Schwere Tränen der Überwältigung.

Viellicht war es meine Mama, deren Glück auf mich überschwappte. Vielleicht war es aber auch einfach die Schönheit des Augenblickes, den zu Genießen ich bereit war. Unbefangen. Ohne Erwartungen. Frei.

Während die Wassermassen im Himmel eine gigantische Dampfwolke hinterließen, kamen auch immer wieder leichte Wasserspritzer in unsere Richtung. Die pralle Sonne im Nacken, das frische, türkis farbende Wasser nicht nur vor den Augen, sondern auch im Gesicht – ein herrliches Gefühl. Und wisst ihr, wie Frisch duftet? Ich weiß es, seit jenem Tag. Ein rundum Erlebnis quasi. Und obwohl um mich herum etliche Menschen gen Wasserfall starrten, blendete ich die Geräuschkulisse vollkommen aus. Auch das Mini-Las Vegas, dass man rund um das Gebiet der Wasserfälle errichtet hat, empfand ich nicht als störend. Diesen Moment, der schließlich durch einen sanften Regenbogen auf der Wasseroberfläche gekrönt wurde, genoss ich mit Haut und Haar. Vom Scheitel bis zur Sohle. Und ich werde ihn nie vergessen.

 

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