MBFWB – Review Part I

Dienstag, 6:33 Uhr, Hauptbahnhof Bremen

Ich hechte zum Gleis. Die hohen Schuhe schon jetzt zu tragen, war keine gute Idee. Spätestens als mir der Zug vor der Nase davon fährt, realisiere ich, dass Turnschuhe für die Anreise nach Berlin die bessere Wahl gewesen wären. Bei klirrender Kälte stehe ich an Gleis 8 und schaue dem Zug wehmütig hinterher, während mir Tränen ins Gesicht schießen. Erstmal kurz hinsetzten. Auf der Treppe zum Bahnsteig nehme ich vollkommen durchgefroren und aus der Puste platz. Sieht man wohl auch. Schon nach zwei Minuten spricht mich eine völlig fremde Frau an. Ob denn alles in Ordnung mit mir sei, möchte die nette Damen wissen. Guter Start in die Fashion Week. Die Highheels werden jedenfalls gegen Sneaker getauscht. Jetzt sofort!

12:46 Uhr, im FlixBus irgendwo zwischen Hamburg und Berlin

Aktuelle Verspätung: 2,5 Stunden. Die Überforderung aus den Morgenstunden ist gewichen. Ein Nickerchen im Bus und ein gutes Frühstück können Wunder bewirken. Meine Busfahrt hatte ich noch in Bremen umgebucht. Das der Bus dann auch noch Verspätung hatte, habe ich einfach weg gelächelt. Auf die 50 Minuten kommt es jetzt auch nicht mehr. Die Frage, ob sich der ganze Stress für 1,5 Tage Berlin überhaupt noch lohnt, lasse ich gar nicht erst zu.

14:14 Uhr, FashionBloggerCafé Berlin

Das ich hier tatsächlich irgendwann mal ankomme, habe ich zeitweise selbst bezweifelt. Erstmal einen Sekt ergattern und die Modewoche offiziell einläuten. Den schlechten Start spüle ich jetzt einfach mit Alkohol runter….

 

 

15:43 Uhr, immer noch beim FashionBloggerCafé The Show

Jetzt geht es mir schon viel besser. Kein Wunder bei soviel leckerem Essen (mein Favorit sind eindeutig die süßen Burger-Kuchen von Lieferando) und Sekt am laufenden Band… Durch den Zeitdruck betreibe ich Akkord-Netzwerken. Ob ich am Ende des Tages noch einen zusammenhängenden Satz zustande bringe, bleibt abzuwarten. Die Kontakte, die ich knüpfen konnte, sind vielversprechend. Auch meine rosa Haarspitzen, die L’Oréal gezaubert hat, gefallen mir. Mehr Eindrücke aufzunehmen, bin ich grad nicht im Stande. Ich muss jetzt erstmal mein Gepäck loswerden.

 

 

18:02 Uhr, irgendwo in der Berliner U-Bahn

Ich habe mein Gepäck inzwischen abgeladen und bin richtig „angekommen“. Zwischenzeitlich hatte ich auch die Möglichkeit mich kurz frisch zu machen. Jetzt muss ich nur noch Fee am unübersichtlichen Bahnsteig sichten. Die nächste Station auf unserer Liste ist dann der Vero Moda Showroom. Ich bin in Sorge die Location auf Anhieb zu finden. Warum müssen eigentlich alle Veranstaltungen woanders und soweit voneinander entfernt stattfinden?

 

18:22 Uhr, Vero Moda Showroom

Wow, was für ein Ausblick! Fee und ich stehen auf der Dachtrasse des Showrooms und bestaunen den tollen Blick über die Dächer Berlins. Drinnen wartet die kommende Herbst/ Winter Kollektion auf uns. Auch davon sind wir sehr angetan. Bei Weißwein (schon wieder Alkohol, Anna?) und Fingerfood durchforsten wir die Kleiderständer. Unser beider Favorit ist auf Anhieb die tolle Kunstpelzjacke (siehe unten). Auch sonst ist die Kleidung eine Wucht und trifft mit Volants, Trompetenärmeln und Stickereien genau unseren Geschmack.

 

 

20:47 Uhr, wo sind wir eigentlich?

Statt in einem hippen Berliner Laden, sitzen wir in einem koreanischen Restaurant. Keine Ahnung, wo genau und keine Ahnung, wie wir her gekommen sind. Hat auf jeden Fall lange gedauert und war ziemlich kalt der Hinweg. Und sehr glatt. Im meinem Kopf geb ich mir selbst eine High Five, dass ich wenigstens jetzt Turnschuhe trage. Wir hauen uns derweil den Bauch mit Gerichten voll, die ich so noch nie irgendwo gesehen habe. Das muss authentisches Essen sein, denke ich noch, als mein Blick durch den Laden schweift. Außer uns sind nur Koreaner anwesend. Vermute ich zumindest, da keiner deutsch spricht. Auch die Bedienung spricht weder Englisch noch Deutsch. Macht aber gar nichts, denn irgendwie schaffen wir es doch zu bestellen. Es schmeckt uns. Fee und mir gegenüber sitz Veronika, die wir im Showroom getroffen haben. Schnell verlieren wir uns in einem Gespräch über diese verrückte Modewelt, in der wir uns gerade befinden. Es sollen noch einige Stunden vergehen bis ich total übermüdet den Heimweg antrete.

Stay tuned!

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