Generation Me, Myself and I – Meine Gedanken zum Leben und Lieben im Zeitalter des Egoismus

Dies soll keine Lobeshymne auf meinen Partner werden. Ich möchte euch nicht damit langweilen, wie glücklich ich in meiner privaten Beziehung gerade bin oder wie perfekt mein Freund in meinen Augen zu mir passt (Auch, wenn ich das manchmal nur zu gern über die Dächer dieser Welt posaunen würde…).

Denn wisst ihr was? Eine Beziehung ist in meinen Augen nicht die einzige Komponente im Leben, die euch oder mich glücklich machen kann und sollte. Glücklich sein, dass könnt ihr auch unabhängig von einer Beziehung zu einem anderen Menschen.

Die Zeit in der wir leben und aufwachsen eröffnet uns so viele Möglichkeiten, Glück in anderen Bereichen und an anderen Orten dieser Welt zu finden. Und das heißt nicht, dass Partnerschaft für mich nicht an erster Stelle steht oder das ich bezweifle, dass Liebe das Wichtigste im Leben ist. Aber das ist ein anderes Thema…

Heute soll es um etwas Anderes gehen. Um meine Gedanken zum (Zusammen-)Leben in einer globalisierten Welt. Zum Leben und Lieben in Zeiten der Generation Egoismus aka Generation Z.

Pics by talented Shanice Allerheiligen

 

Generation A, B oder C?

Warum genau man Generationen nach Buchstaben benennt, hat sich mir noch nicht so ganz erschlossen. Fest steht, dass unsere und die folgenden Generationen in der Gesamtheit ganz andere Vorstellungen an das Leben haben, als unsere Großeltern und Eltern es hatten.

Beruflich tritt für viele von uns der finanzielle Erfolg in den Hintergrund. Statussymbole sind „so 90er“, wir wollen einen Job in dem wir uns selbst verwirklichen können und einen Arbeitgeber, der zu uns und unserem Lebensentwurf passt. Habt ihr z.B. schon mal von Digitalen Nomaden gehört? Das sind Personen, die zwar regulär acht Stunden am Tag arbeiten, dabei aber an keinen Ort gebunden sind. Manche von ihnen reisen um die Welt während sie ihrem Job nachgehen und schreiben berufliche Mails direkt vom Strand. Aber auch ein Freelancer, der im Café um die Ecke sein Office aufschlägt, ist ein digitaler Nomade.

 

Das Geheimnis einer glücklichen Beziehung?

 

 

Modernes Nomadentum

Ich bin auch einer von diesen digitalen Nomaden. Nicht immer, aber meistens arbeite ich ortsunabhängig. Das mach’ ich aus Deutschland während ich Freunde besuche, die woanders wohnen oder aus den USA. Denn dort lebt und arbeitet mein Partner gerade.

Mein Freund ist kein digitaler Nomade. Er reist beruflich relativ häufig. Meist innerhalb Deutschlands, nun schon zum dritten Mal in die USA. Beim ersten Mal war er gleich ein Jahr in den Staaten, letztes Jahr für sechs Monate und dieses Mal für drei.

Das ist auch so eine Ausprägung unserer Generation. Eine feste Bindung an einen Ort oder Arbeitgeber, zu feste Bindungen generell, wollen wir (noch) nicht eingehen.

Viele, meist ältere, „traditionellere“ Familienmitglieder und Bekannte, finden es ungewöhnlich, dass wir noch nicht so richtig sesshaft sind. Tatsächlich verspüren wir (noch) keinen Drang uns ein Haus zu kaufen oder eines zu bauen. Wir wollen uns nicht zu lange an einen Ort binden. Wer weiß, wohin es uns noch verschlägt? Wir wollen keinen Garten, sondern mitten in der Stadt leben. Etwas erleben. Mitten drin sein und unser Leben genießen.

Das ist, vor allem im Vergleich zu unseren Eltern, etwas egoistisch. Denn wir sind (noch) nicht bereit unser eigenes Leben zurück zu stellen, um eine Familie zu gründen. Uns selbst zu verwirklichen, viel zu reisen, die Möglichkeit zu haben auch mal in einem anderen Land zu leben und zu arbeiten, das war uns bislang wichtiger. Wir selbst, das kann man schon so sagen, wir waren uns bislang wichtiger. Wir sind egoistisch.

 

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Wir sind egoistisch

Der Begriff „egoistisch sein“ hat meist einen bitteren Beigeschmack. Dabei finde ich „egoistisch sein“ in diesem Zusammenhang gar nicht so schlimm. Es fällt mir nicht schwer zuzugeben, dass meine Selbstverwirklichung einen hohen Stellenwert in meinem Leben einnimmt. Und wenn ich mit Gleichaltrigen über das Thema spreche, habe ich nicht den Eindruck, als stünde ich allein mit meiner Wahl. Viele von uns reisen erst, probieren sich und verschiedene Lebensentwürfe aus, bevor sie sich für einen entscheiden. Wenn überhaupt.

Ich glaube, ich finde diesen spezifischen „Egoismus“ deshalb nicht so schlimm, weil es sich um einen bewusst gewählten Lebensentwurf handelt. Und um einen, den man oft unabhängig von einer anderen Person wählen kann. Viele von uns haben heute den Luxus sich für sich selbst entscheiden zu können. Sich selbst an erste Stelle zu setzen. Etliche Generationen vor uns konnten diese Entscheidung nicht so leichtfällig treffen. Nicht ohne dabei andere oder anderes auf der Strecke zu lassen.

 

 

Und was bedeutet das jetzt für eine Partnerschaft?

Für unser Leben ist das toll. Wir können gefühlt alles erreichen und ausprobieren, was wir uns erträumen. Leben, wo andere Urlaub machen. Mit dem Rucksack jahrelang um die Welt reisen. Studieren in New York. Warum auch nicht? Die Globalisierung macht es möglich, die Digitalisierung denkbar einfach.

Für manche Partnerschaften ist das nicht so toll. Denn was, wenn der eine all diese Möglichkeiten bis zum Optimum ausreizen will und der andere nach wie vor ein traditionelleres Lebensbild anstrebt? Dann ist das ziemlich blöd. Deshalb ist es auch so wichtig, gleich zu Beginn einer Partnerschaft deutlich zu machen, was man vom Leben und einer Beziehung erwartet.

 

 

 

It’s all about the Balance

Dazu gehört, dass jeder weiß, was ihn unabhängig von einer Beziehung glücklich macht. Was erwartet man, neben Glück in der Liebe, vom Leben? Was sind die Dinge, die mir – ganz individuell – zu einem glücklichen Leben verhelfen?

Es ist komisch, aber gerade die Zeiten in denen mein Freund längere Zeit woanders gelebt oder gearbeitet hat, haben mir extrem geholfen, mich persönlich weiter zu entwickeln und zu erkennen, welche Faktoren dies für mich als Individuum sind. Ich brauchte, genau wie er, diesen „Raum“ für mich selbst.

Die Entwicklung innerhalb einer Beziehung ist dadurch aber nicht weniger wichtig. Ein Paar braucht gemeinsame Abenteuer, Zeit zu zweit in der man sich kennen und (noch mehr) lieben lernt. Nur im gemeinsamen Zusammenleben kann man so eng zusammenwachsen, wie ich es mir von einer Partnerschaft wünsche. Schließlich will ich meine tiefsten Gedanken und intensivsten Gefühle mit der Person an meiner Seite teilen. Das geht schlecht, wenn man sich nur vier Wochen im Jahr sieht.

So ist es am Ende die Balance aus gemeinsamer Zeit und persönlicher Entwicklung, die für mich den Erfolg einer Partnerschaft ausmacht. Ein Paar, dass sich liebt und nicht ohne einander leben mag. Zwei Partner, die sich selbst lieben, wie sie sind und mit sich selbst gut leben können.

Und vielleicht ist das das Geheimnis einer erfolgreichen Beziehung?

  • Comments ( 3 )

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    Philip

    Diese Fotos sind echt grandios, echt mega gut getroffen.

    • avatar
      Anna

      Vielen Dank liebster Philip <3

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    Maren

    Hallo! Ich fand die Überschrift so klasse, ich musste diesen Beitrag einfach lesen ! :O :D…danke für diese tolle Lektüre am Samstag mittag! Wirklich ein interessanter Beitrag, der einen auch ein bisschen zum nachdenken anregt ;)…Ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende und sende die besten Grüße aus unserer grundlsee unterkunft ^^ ;)….die Maren 😉

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