Alles auf Neuanfang.

Über Blogger Bashing, die Oberflächlichkeit der Branche und dem, was ich selbst ändern kann

Es hat ein paar Anläufe und viele Stunden des Grübelns gebraucht bis ich endlich wusste, was ich mit dieser Plattform anfangen will. Ich liebe es zu bloggen. Diese Plattform war von Beginn an mein kreativer Spielplatz, ein Ort, um meine Ideen und meine Leidenschaft für die schönen Dinge im Leben mit euch zu teilen. Aber dann…

 

Das große Aber.

Aber dann wurde mir diese ganz Welt zu oberflächlich (schon vor einiger Zeit hatte ich mit euch über das Thema gesprochen). Und wenn ich davon spreche, dass mir die Plattform Instagram und Modeblogger generell zu oberflächlich geworden sind, dann meine ich die Uniformität der Masse. Dann spreche ich von Personen, die kritisieren, dass jeder 2te seine Balenciaga-Schuhe in die Kamera hält, während man selbst auch mit einem Gucci-Gürtel durch die Gegend läuft. Ich schüttle den Kopf vor Personen, die von sich behaupten ganz anders zu sein, dann aber doch nur ungeschminkt in die Insta Story-Kamera sprechen, wenn der Beauty-Filter aktiviert ist. Inszenierung ist schön und gehört zum Bloggen, wie mein Kaffeebecher ins Home Office. Aber wo bleibt das Echte? Wo ist die Inspiration?

Was mir seit geraumer Zeit fehlt, ist der Mut anders zu sein. Der Mut seine Meinung zu sagen. Oder überhaupt eine Meinung zu haben. Und diese Meinung fängt anscheinend schon beim Modegeschmack an. Und bitte erklärt mir an dieser Stelle nicht, wie Trends entstehen. Darum geht es hier nicht. Dies soll nicht der 1.000ste „Instagram ist so oberflächlich geworden und Blogger sind nur Werbeträger“-Beitrag werden. 

 

Erklärt mir nicht, wie das bloggen funktioniert… 

Denn erstens: Das Bloggen über Mode, Einrichtung oder Lifestyle im Allgemeinen ist schon immer oberflächlich gewesen. Modeblogger beschäftigen sich nicht (zumindest nicht hauptsächlich) mit den großen poltischen Fragen unserer Zeit. Und das ist auch gut so. Von einem Interior-Blog erwarte ich genau das, was er verspricht: Neue Einrichtungs- und Dekodieen.

Und Zweitens: Ich kann, als Selbstständige in Teilzeit, sehr gut nachvollziehen, dass man als Blogger Geld verdienen muss und Kooperationen mit Unternehmen eingeht. Darüberhinaus finde ich es nicht nur legitim, dass Blogger Werbung machen, ich möchte als Leser auch „beworben“ werden. Natürlich interessiert es mich, wo jemand „den tollen Spiegel“ gekauft hat, wenn ich gerade auf der Suche nach einem für unser Schlafzimmer bin. Aber das ganze macht natürlich Spaß, wenn ich auch wirklich inspiriert werde.

 

 

Fotos von unbezahlbaren Outfits und leere Captions, die mich genauso wenig inspirieren, wie Schuhe für über 1.000 Euro…

 

Ein Mädel, dem ihr unbedingt folgen solltet

Aktuell zeigt sich das Authentizität-Problem an einem Phänomen, dass ursprünglich gedacht war, um genau dieser Uniformität zu entkommen: Accounts empfehlen andere Accounts, denen man unbedingt folgen sollte. Statt echten Perlen und kleinen Kanälen, die ich bislang noch nicht auf dem Schirm hatte, werden mir aber nur Profile empfohlen, die ich eh schon kenne. Warum? Weil sie von jedem empfohlen werden. Jeden Tag. Shoutout for Shoutout. „Ein Mädel, dem ihr unbedingt folgen solltet“ gleicht dem anderen. Hinzu kommen Fotos von unbezahlbaren Outfits und leere Captions, die mich genauso wenig inspirieren, wie Schuhe für über 1.000 Euro.

Kritik? Ja, aber bitte nur, wenn es eigentlich ein Lob ist. 

Und irgendwie lässt mich bei dem ganzen das Gefühl nicht los, dass besagte Blogger-Szene nicht in der Lage ist sich selbst zu hinterfragen und offen mit Kritik umzugehen. Den FAZ-Artikel, den wir alle kennen, finde ich auch nicht gerade schön geschrieben. Eine international erfolgreiche Unternehmerin als „den Salat“ abzutun, ist unangebracht und frech. Und natürlich kann jeder selbst entscheiden, was er ins Internet stellt und mit der Öffentlichkeit stellt.

Blogger Bashing?

Aber Hand aufs Herz und Raus aus der Blogger-Blase: An der Kritik, wir Blogger seien Narzissten, ist eben auch etwas wahres dran. Der Zeit-Artikel, nicht minder scharf kritisiert, versucht das Thema für Außenstehende zu beleuchten. Die Autorin blickt, wie viele andere auch, von außen auf diese schräge Welt in der ein Outfit nur für ein Foto getragen wird. Was Bloggern daran nicht passt? Na das man sie so berechnet darstellt. Als würden sie sich genau überlegen, was ihre Reichweite wert ist. Hmm. Ist dies denn nicht so?

Entweder, man ist Unternehmer, handelt als solcher und versteht sich als dieser. Oder man betreibt seinen Blog/ den Instagram-Kanal als Hobby. Was ich damit meine? Auch Unternehmen handeln nach Konzept, überlassen nichts dem Zufall und treffen wirtschaftliche Entscheidungen. Wieso ist dieses Selbstverständnis noch nicht bei Bloggern selbst angekommen? Warum ist es die Todsünde, wenn sich ein Blogger als Unternehmer bezeichnet? Oder noch schlimmer, wenn ein Journalist genau dieses Verhaltet unterstellt? Da ist die Branche, die in vielen Bereichen schon so professionell agiert, wohl doch noch nicht aus den Kinderschuhen herausgewachsen. 

It’s up to you!

Und ich? Ich musste erstmal grübeln, Kommentare lesen, den Kopf schütteln, weitere Kommentare lesen, mit Freundinnen diskutieren. Und dabei hatte ich mehr und mehr das bedrückende Gefühl kein Teil mehr dieser Szene sein zu wollen.

Also machte ich mir Luft auf besagter Lieblingsplattform und dort erreichte mich ein Kommentar: Instagram und das Bloggen seien das, was man selbst daraus mache. Und wisst ihr was? Das stimmt!

 

Dann änder doch was?!

 

 

Themen, die mich wirklich interessieren

Also bin ich in mich gegangen, habe mir Zeit genommen über das Bloggen und mich nachzudenken. Über das, was ich mit dieser Plattform anfangen will. Die erste Erkenntnis: Reihenweise Outfits ablichten macht mir keinen Spaß (mehr). Stattdessen möchte ich wieder mehr über die Dinge schreiben, die mich täglich beschäftigen und glücklich machen: Reisen, Rezepte, Einrichtung, meine wundervolle Wahlheimat Bremen und natürlich auch über Beauty und Fashion – nur nicht mehr so viel.

Klasse das Masse

Die zweite Erkenntnis: Ich habe, neben meinem Hauptberuf, keine Zeit täglich zu bloggen. Auch mehrmals die Woche ist eher nicht drin. Das setzt mich unnötig unter Druck und macht mich unglücklich, wenn ich meine eigene Erwartung nicht einhalten kann. Daher veröffentliche ich lieber jede Woche, auch manchmal alle zwei Wochen, einen Beitrag. Dafür steht dann die Qualität und der Mehrwert im Fokus. Ein Reisebericht soll voll mit tollen Tipps und Ratschlägen für eure nächste Reise sein. Ein Outfitpost soll gespickt sein mit Trends zum Nachshoppen und kleinen Gesichten aus dem Alltag.

Time to say Goodbye

Wie wenig Zeit man neben einem „zweiten“ Job für den Blog findet, musste ich selbst schon oft feststellen. Schon vor ihrem Umzug nach Schweden, hatte Kira immer weniger Zeit auf diesen Seiten aktiv zu sein. Daher hat sie sich entschieden vorerst nicht mehr auf 25 und fabelhaft! mitzuwirken. Natürlich könnt ihr Kira weiterhin via Instagram folgen 🙂 Ich bin ihr dankbar für jede Sekunde, die wir gemeinsam an diesem Projekt gearbeitet haben und froh, dass ich in meiner Blogpartnerin eine echte Freundin gefunden habe.

 

 

 

Alles auf Neuanfang also. Ich freu mich drauf! Ich hoffe, ihr begleitet mich weiterhin auf meiner kreativen Reise und freue mich über Feedback und Anregungen. Wenn ihr Themen habt über die ihr gerne mehr lesen wollt, lasst es mich gerne wissen!

  • Comments ( 2 )

  • avatar
    Fee

    Hallo Anna,
    über dieses thema haben wir uns ja schon neulich eingehend unterhalten 🙂 Ich denke, dass wichtigste ist, sich selbst darüber klar zu werden, was man (langfristig) erreichen möchte und wie man dahin kommt.

    Du wirst deinen Weg schon finden 🙂
    Freue mich schon auf unser nächstes shooting <3

    Fee

    • avatar
      Anna

      Genauso ist es 🙂 Ich freu mich auch schon auf unsere Belohnungs-Pommes danach…

      Liebe Grüße!
      Anna

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